Obedience-Hallenprüfung in Münster-Albersloh, 13.02.2010
Ich war mal wieder mit Dorie zu einer Prüfung.
Ganz ehrlich: Am 13. sollte man vielleicht auf keine Prüfung gehen, obwohl, es gab ja sogar erste Plätze und diejenigen fanden den 13. bestimmt klasse. Aber wie gesagt, ich war mal wieder mit Dorie zu einer Prüfung.
Eigentlich könnte der Bericht hier auch enden.
Dies ewige Klagen über schlecht vorbereitet auf einer Prüfung und so. Wir hatten eben, genau wie viele andere auch, Schnee und Eis und keine Zeit. Also kein (kaum) Training seit Wochen. Aber das geht anderen ja auch so. Also doch losfahren zur Prüfung.
Mein Motto an Dorie: Hinsetzen – Anschnallen – Kippe aus und Schnauze halten.
Es war eine tolle Halle und eine straffe und gut geplante Organisation. Andreas Rieschick war wieder einmal ein hervorragend agierender Leistungsrichter. Absolut klar und nachzuvollziehende Bewertungen.
Meine deutlich übermotivierte Dorie fand die ganze Sache auch soooo spannend und musste mir dies immer wieder kundtun. Leider während der Prüfung in der Fußarbeit. Und ich hatte morgens doch noch gesagt: Schnauze halten. Aber wie das immer so ist, Dorie guckt mich an und auf Ihrer Stirn steht: Was stört mich Dein Geschwätz von gestern (oder heute Morgen). Und wo ist hier überhaupt die Box.
Und warum sollte ich auch anhalten (Stehen) wenn Du es mir sagst und das noch aus vollem Lauf.
Und was heißt hier Sitz, und auch noch aus der Bewegung.
Dafür waren ihre Übungen an dem Tag der Richtungsapport, das Metall und das Suchen. Und sogar die Distanzkontrolle war in Ordnung, wenn sie mir nicht 30 cm hinterhergerobbt wäre, als ich von Ihr weg bin. Selbst aus der Entfernung sah es für Dorie-Verhältnisse echt gut aus. Und Andreas sagte auf mein staunendes Gesicht hin (Dorie lag nicht mehr da, wo ich sie verlassen hatte) „Die Arbeit war sehr gut, sie ist nur schon gleich vorgerobbt“ also nur 6,5 Punkte. Aber die Arbeit an sich war klasse und hat mich echt gefreut.
Das Suchen hat sie als einer der wenigen Hunde für mich perfekt ausgeführt, wenn ich Doof nicht ein Doppelkommando gegeben hätte und Dorie so ihre Grundstellung meiner neu angepasst hätte. Aber…. immer 1000 aber und hätte und wenn.
Was wirklich klasse war, Dorie ist nach dem Metall in den Sand getaucht. Das halbe Gesicht voller Sand, Stofffetzen (vom Reithallenboden) am Metall und in der Schnauze sitzt sie vor mir, ich will gerade das Metall nehmen, da wischt sie sich, noch mit dem Metall, mit Ihrer Vorderpfote über die Augen. Ich dachte schon, Mist, Metall liegt gleich auf der Erde, aber nix, sie hat es so festgehalten und mit strahlenden Augen vor mir gesessen. Klasse gemacht. Es gab also auch Highlights.
Der Richtungsapport war nur mit einem leicht schrägen Vorsitz auch eine 9,5 aufgrund der klasse Geschwindigkeit von Dorie. Schönes Ding.
Aber es rächt sich eben, mit so einem Hund wie Dorie, zu wenig zu trainieren. Und so war es eine aufregende Fahrt mit vieeel Schnee und glatten Straßen und langer Zeitdauer für eine Erkenntnis, die ich eigentlich schon vorher hätte haben können.
Aber ich mache das für meinen Spaß und mein Vergnügen. Und Spaß und Vergnügen hatte ich die meiste Zeit dabei. Wenn nur diese lange Warterei nicht immer wäre. So eine Prüfung ist toll, nur die Warterei eben. Aber das gehört, wie auch mal schlechte Ergebnisse, zur Leidensfähigkeit des Einzelnen.