Arbeitstitel DM 2010 in Sandstedt am 01./02.05.2010
Eigentlich sollte da oben ein geistreicher und vor allen Dingen witziger Titel dieses Berichtes stehen. Das macht man ja so in geneigten Kreisen (habe ich mir sagen lassen). Man muss also einen „Arbeitstitel“ für den jeweiligen Bericht finden. Und ich grübele über etwas witzigem rum. Fällt mir aber nix ein. Geistreich kann ich ja eh nicht, also muss es schon witzig sein. Wie wäre es mit: Ich war der einzige mit Fanclub. Wäre ganz passabel.
Etwas anderes witziges fällt mir sonst gerade nicht ein.
Ich halte mich mal kurz mit meinem Bericht.
Ich könnte ein paar tolle Dinge aufzählen, die sich allerdings fast ausschließlich auf mich oder mein Umfeld beziehen. Fällt mir gerade so ein.
- ICH hatte einen eigenen Fanclub mit RIESEN Banner (hier ein wirklich herzliches Dankeschön an die tollen Vereinsmitglieder des PSHV) und auch ein herzliches Dankeschön an eine Abteilung von lieben netten Menschen mit lustigen Umhängedingsen und bemalten Fahnen mit Teamname drauf (tolle Sache das, vielen herzlichen Dank an die Frau mit den buntesten Gummistiefeln, die ich kenne: Dominice) ich wusste nix davon und habe mich riesig darüber gefreut. Zuerst dachte ich (aber nur kurz), ich müsste im Boden versinken, nix reißen auf der DM, aber einen Fanbereich, das sind die richtigen. Aber dann habe ich mich echt darüber gefreut und konnte vor allen Dingen während der Prüfung grinsen und lachen darüber. Und sie hätten mir alle den ersten Platz gegönnt. (Das ist ja im Obedience, wohl eher im gesamten Hundesport, nicht immer so bei allen).
- Ich hatte eine nur 8 minütige Anreise zum Austragungsort. Wow. Ganze 11 km entfernt. Mein Auto ist noch nicht mal warm geworden.
- Bianca Hümöller ist Deutsche Meisterin geworden und darf mit ihrem Lesco nun zur WM fahren. Ich habe es ihr wirklich gewünscht und gegönnt. (Und ich durfte Lesco sogar mal streicheln, Dorie hat mal an ihm gerochen, aber ich glaube es ist nix rübergesprungen, schade).
- Der Platz des Geschehens an sich war wirklich klasse. „Eine gelungene Aufteilung, so dass man sich auf dem großen Fußballfeld nicht ganz so verloren vorkommt“ (geklautes Zitat, aber ich fand es passend).
- Das Wetter am Sonntag zu unseren (Dorie und ich) Einzelübungen hat gehalten, der Samstag war… grübel….. habe ich vergessen. Dann war es wohl nicht so toll.
- Ich habe wieder mal nette Hundefreunde getroffen, die man nicht so oft sieht und mich wirklich gut unterhalten.
- Und ich hatte Spaß während der Einzelübungen. Das Laufen an sich ist es, das mich reizt. Punkte hin oder her (na ja ich hab auch gut reden, so viele waren es ja auch nicht). Aber ich finde einfach der Kick ist erst da, wenn man selber so eine Prüfung läuft. Das macht mir einfach Spaß. Danach fange ich erst an über die Punkte nachzudenken, grübele über versäumte Dinge und über Dinge, die ich schon immer Scheiße trainiert habe. Aber das tollste ist eben immer noch das Laufen selber.
Zum Lauf selber kann (oder will) ich auch gar nicht so viel schreiben. Wir waren nicht letzter (ein Etappenziel erreicht) aber trotzdem gehörten wir zu der Gruppe von Leuten, die eine „Ehrengabe“ des VDH erhalten haben für eine Teilnahme. So unter „ferner starteten noch….“, der olympische Gedanke eben. Ich halte diese Schleife auch in Ehren. Wer weiß, ob ich so etwas noch mal bekomme. Aber vom olympischen Gedanken alleine kann man sich nix kaufen.
Aber ich habe nur eine echte 0 für das Absitzen bekommen. Dorie stand dafür 3 Minuten fest auf dem Rasen. Auch eine tolle Übung, hat im Obedience aber nichts zu suchen. Das Gras auf dem Platz war schön grün und anscheinend auch lecker. Dorie hat hier und da ein paar Proben gezogen, die Richter dafür aber leider Punkte abgezogen. Und nicht zu knapp. Mal wieder das Gras gefresse. Ich sollte sie vor so einer Prüfung einfach mal mit Gras vollstopfen, dass es ihr aus den spitzen Ohren wieder heraus quillt. Die quietsch – Kommentare von Dorie kann ich ja mittlerweile ertragen. Aber das Gras fressen geht mir echt auf die Nerven. Das hat sich leider in fast allen Übungsteilen gezeigt. Für das Abliegen und die Distanz haben wir dann auch nur noch je 2,5 (0 und 5) Gnadenpunkte erhalten.
Jetzt mal ohne das Gras zu beachten: Schnelle Box, schneller Apport, schnelle Suche, einigermaßen schnelles Abrufen, das war nett. Und sie hat alles gemacht. Keine Verweigerung irgendwo in den Einzelübungen. Punkte macht man aber anders.
Wir haben einige Prüfungen gesehen, alle konnte ich nicht schauen. Es waren ein paar wirklich sehenswerte Prüfungen dabei. Ich liebe ja diese Raketenartigen Vorführungen. Da waren einige wirklich sehenswerte Dinge, bei denen ich eine Gänsehaut bekomme. So viel höchste Leistung auf einem Haufen. Und ich durfte dabei sein zwischen den Cracks. Gesehen habe ich natürlich die perfekteste Prüfung des Turniers und die auch noch in einem Hammertempo: Bianca und Lesco. An den beiden Tagen zwar mit knappem Abstand, aber eben das Deutsche Meister Team. Eine klasse Demonstration, wie es gehen kann. Herzlichen Glückwunsch dazu. Solche Prüfungen kann ich mir öfter angucken. Und jetzt hat Bianca auch noch die Fahrkarte zur WM nach Dänemark erreicht. Das beste Jahr von Lesco bisher. Wer weiß was noch kommt.
Wir hatten einen lieben netten Besuch in unserem Vorgarten mit Andrea Deeg und dadurch natürlich eine Gesprächspartnerin für davor, während und danach. Und es ging eigentlich immer nur um Hunde. Über was soll man auch sonst reden an so einem Wochenende voll mit Hundesport. Die Hope von Andrea. Auch so ein Border mit hochdrehendem Allradantrieb, die eigentlich nur nicht fliegt, weil die Ohren sie abbremsen. Aber dies Tempo ist es, was mir persönlich das Herz hoch schlagen lässt. Tolle Vorführung. Auch da könnte ich länger zugucken, als die lediglich 10 – 12 Minuten so einer Prüfung.
Meine Bewunderung muss ich auch noch mal den Richtern und den Stewards ausdrücken. Ich will ja nicht rumschleimen, aber das muss ich doch mal sagen. Am Samstag bei einem so besch… Wetter sich da hinzustellen und dafür zu sorgen, dass möglichst jeder auch noch gleich Bewertet werden kann ist schon klasse. Ich hab schön trocken im Zelt gesessen wie so viele andere (einige mussten auch in ihren Autos sitzen) und ein Regen-Obedience verfolgt. Und die Richter und Stewards haben es einfach ertragen sich einmal durchweichen zu lassen. Der Prüfling hat ja keine andere Wahl, wenn schon die LR bereit auf dem Platz warten. Die LR hätten aber doch wohl eine Wahl, oder? Die beiden, Uwe Wehner und Karl Weber hätten sich ja auch zum Kaffeeausschank begeben können und die Zeit bis zum Ende des Regens dort verbringen. Haben sie aber nicht. Und die beiden Stewards haben auch tapfer einfach weitergearbeitet. Klasse.
Und nun ist eine Mannschaft für die WM in Dänemark gefunden, ich bin nicht mit dabei (wer weiß wozu das gut war). Glückwunsch und das Beste für alle.
Aber:
Bianca: Go for Gold.